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Übung des Monats 07/2019

An dieser Stelle präsentieren wir Euch die Reihe "Übung des Monats".

 

Dabei wird Euch ein Referent monatlich eine seiner favorisierten Übungen für die tägliche Trainingsarbeit vorstellen. Die Übung kann auch als PDF-Dokument (siehe unten) ausgedruckt werden. Im Archiv findet Ihr die bisher vorgestellten Übungen.

 

Die Übung 07/2019 stellt Euch Wolfgang Grave vor.

 

 

Hallo liebe Fußballtrainer/-innen und Freunde vom Förderkonzept,

 

ich möchte euch in diesem Monat eine Spielform zum Thema „Umschalten“ vorstellen, die meiner Meinung nach nie alt wird. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich sie in einer alten Ausgabe der Zeitschrift „Fußballtraining“ entdeckt. Ich glaube, dass sie damals von einem Trainer der Jugendabteilung Borussia Mönchengladbachs vorgestellt worden war.

 

Um ehrlich zu sein: Ich bin kein Freund von isolierten Trainingsübungen - und erst recht kein großer Freund des reinen Umschaltfußballs – weder als Fan des „großen“ Fußballs auf höchster Ebene noch im Jugendbereich. Warum? Ganz einfach: Der Umschaltfußball wird im höheren Bereich häufig als Kick and Rush interpretiert und damit zum Sicherheitsfußball. Das Motto lautet: „Bloß weg mit dem Ball. Vielleicht haben wir ja Glück, und der Gegner passt gerade nicht auf.“ Fußball zum Weglaufen.

 

Wer sich in den vergangenen Jahren mal Spiele in der Regionalliga angeschaut hat, kann das vielleicht nachvollziehen. Im mittleren/unteren Amateurbereich ist es meiner Meinung ähnlich. Im Jugendbereich ist diese Entwicklung meiner Auffassung nach sogar ausbildungsschädigend, weil viele Elemente des Spiels in dieser Philosophie nicht abgebildet werden oder zu kurz kommen. Aber das ist eine rein subjektive Einschätzung.

 

Warum stelle ich also diese Übung vor? Ganz einfach: Weil ich glaube, dass das schnelle Umschalten (offensiv und defensiv) wichtig für jede Art des Fußballs ist. Aber es ist immer nur ein Teil des Spiels. Und weil die Übung auch Elemente wie die Handlungsschnelligkeit, das Passspiel und das Positionsspiel fördert. Ganz nebenbei ist sie körperlich fordernd.

 

Fangen wir doch mal mit den Anspielern an: Sie müssen sich in dieser Spielform immer wieder geschickt positionieren, um anspielbar zu sein. Das ist genau das, was wir von unseren Spielern immer fordern: Bewegt euch – aber bewegt euch auch mit Köpfchen. Sobald die Anspieler den Ball haben, müssen sie schon wissen, wie sie das Spiel fortsetzen. Viel Zeit haben sie wegen des hohen Gegnerdrucks nicht. Der Kopf muss also immer oben sein. Zu Beginn müssen wir die Anspieler vielleicht noch ein wenig an die Hand nehmen. Aber nach meiner Erfahrung beschränkt sich das nur auf die Kennenlernphase dieser Spielform.

 

Die Spieler der beiden Teams müssen sich ebenfalls geschickt positionieren, wenn der Anspieler den Ball hat. Es gilt, die Breite des Feldes ausnutzen, schnell zu handeln und die anfängliche Überzahl zielstrebig auszuspielen.


Da wir ansonsten ein 3:3 spielen, ist aber auch die Durchsetzungs-fähigkeit gefragt. Es geht in der Offensive also nicht nur um ein schnelles und sauberes Passspiel. Auch Körpertäuschungen, Finten und die nötige Robustheit sind entscheidend, um in dieser Übung Treffer zu erzielen.

 

Die Defensivmannschaft muss den Raum so eng wie möglich machen, sich ballorientiert verschieben und die Ballbesitzmannschaft in die Zweikämpfe zwingen. Dazu müssen die Spieler viel reden. Übermotiviertes Anlaufen sollte vermieden werden. Wer zu aggressiv auf den Ball geht, kann schnell ausgespielt werden. Und wenn die Absicherung fehlt, hat es der Gegner leicht, seinen Punktestand zu erhöhen.

 

Ihr seht also: Mit dieser Spielform wird nicht nur das reine Umschalten trainiert. Viele andere Aspekte des Spiels werden abgebildet. Übrigens: Die Übung eignet sich auch hervorragend dafür, die Torhüter ins Teamtraining einzubinden und sie fußballerisch voranzubringen. Ganz nebenbei geht die Post ab.

 

Viele Grüße

Euer Wolfgang

 

Uebung des Monats 07_2019.pdf
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